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Das große Schachbrett - warum aus zwei verheerenden Weltkriegen im 20. Jahrhundert keine Lehren für den Frieden im 21. Jahrhundert gezogen werden durften.

Ilka Haydam
6. Sept.
7 Min. Lesezeit
Letztendlich beantwortete dieses Buch meine Fragen nach den Ursachen der heutigen heißen und kalten Kriege in der Ukraine, dem Iran, Palästina, Venezuela, Cuba .... .
Letztendlich beantwortete dieses Buch meine Fragen nach den Ursachen der heutigen heißen und kalten Kriege in der Ukraine, dem Iran, Palästina, Venezuela, Cuba .... .

Während "Glasnost" und "Perestroika" glaubte ich ganz fest an die nun anbrechende neue Ära der Abrüstung und des Friedens in der Welt.

Gorbatschow hatte den Westen kurzerhand vor vollendete Tatsachen gestellt: "Ihr könnt betteln, so viel wie ihr wollt, wir rüsten nicht mehr mit. Die amerikanischen Rüstungskonzerne waren in heller Aufregung. Der Feind hatte sich einfach aufgelöst, ohne Rücksprache. Wie hätte man jetzt der Bevölkerung klarmachen sollen, dass die ganzen schönen Steuergelder für wahnsinnige Rüstungsprojekte ausgegeben werden müssen. Wenn Sie einer Bevölkerung Geld für Rüstung abpressen wollen, wenn Sie unsinnige Gesetze machen wollen, die die Menschen einschränken, dann brauchen Sie einen Feind." Volker Pispers hatte dies zumindest schon erkannt und in seinen tiefsinnigen, klugen, politischen Kabarettprogrammen verarbeitet. Was er vielleicht nicht so klar gesehen hat und was auch ich erst nach der Lektüre des o.g. Buches "gerafft" habe, dass der Militärisch-Industrielle Komplex die Zügel der Weltpolitik schon damals in der Hand hielt und er sich mit dem USA-Staat eine Waffe zur Durchsetzung seiner Interessen geschaffen hatte. Mittlerweile gehören zu den Weltbeherrschern, die sich des Staates USA als Waffe bedienen, derer sich die USA bei ihrer Ausübung der Weltherrschaft bedienen und die sich u.a. im WEF vernetzt haben, weitere große sogenannte global player, die einhundert einflussreichsten Konzerne - strategic partners - des WEF: BlackRock vertreten durch seinen Chef Larry Fink und Andre´ Hoffmann, Vizechef vom Pharmagiganten Roche als strategische Aufsichten des WEF, Microsoft, Apple, Alphabet (Google), Amazon, Saudi Aramco, BP, Exxon, Shell, Total, Palantir, ...als wichtigste strategic partners.

Die Interessen des Staates USA und sein Streben nach nach einer Vormachtstellung in der Weltpolitik und die Interessen der meist amerikanischen Konzerne nach Ausbeutung der Weltressourcen für Maximalgewinn waren und sind die selben. Hatte Eisenhower am Ende seiner Amtszeit noch vor dem MIK und seinem verheerenden Wirken gewarnt, gab es später nach Kennedy keinen Präsidenten mehr, der die Hegemonialpolitik der USA an der Leine des Deep States nicht betrieben hätte. Kennedy bezahlte seinen Widerstand gegen Wettrüsten, Vienamkrieg und atomare Bewaffnung Israels bekanntlich mit seinem Leben.

Letztendlich ist es auch egal, wer in den USA regiert. Die Scheindemokratie lässt den Wählern keine wirkliche Wahl. Die Präsidenten unterscheiden sich nur noch durch mehr Skandale, Senilität oder Größenwahnsinn.

Das 1997 erschienene Buch "Die einzige Weltmacht - Amerikas Strategie der Vorherrschaft und der Kampf um Eurasien", im Original "The Grand Chessboard" , wurde von Zbigniew Brzezinski, Präsidentenberater und Treiber der amerikanischen Außenpolitik im Sinne des Deep States, mit dem Ziel verfasst, "im Hinblick auf Eurasien eine umfassende und in sich geschlossene Geostrategie zu entwerfen." Zbigniew Brezinski "Die einzige Weltmacht - Amerikas Strategie der Vorherrschaft und der Kampf um Eurasien, 1. Auflage 2024, Nomen Verlag, Frankfurt am Main, S. 18

Man muss dieses Buch gelesen haben, um die Ursachen aller militärischen Aktionen der USA in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten zu verstehen, einschließlich der Ursachen des Ukrainekrieges. Es folgt der Versuch, zu zeigen, dass die politischen Ereignisse, vor allem der letzten 30 Jahre, eines für mich persönlich interessanten Zeitraumes, der im Buch dargestellten Geostrategie untergeordnet sind.


Der Erfolg der globalen Vormachtstellung der USA "hängt davon ab, wie ein weltweit engagiertes Amerika mit den komplexen Machtverhältnissen auf dem eurasischen Kontinent fertig wird - und ob es dort das Aufkommen einer dominierenden, gegnerischen Macht verhindern kann." a.a.O., S.17

"Folglich muss die amerikanische Außenpolitik..... ihren Einfluss in Eurasien so einsetzen, dass ein stabiles kontinentales Gleichgewicht mit den Vereinigten Staaten als politischem Schiedsrichter entsteht." a.a.O., S.18

"Die Macht (auch der USA, IM) gründet auf einer Hierarchie von Vasallenstaaten, Tributpflicht, Protektoraten, Kolonien. .........beruht die imperiale Macht Amerikas in hohem Maße auf der überlegenen Organisation und auf der Fähigkeit, riesige wirtschaftliche und technische Ressourcen umgehend für militärische Zwecke einzusetzen, ..." a.a.O. S.27

Also mit anderen Worten, die USA beherrschen die Welt durch militärische Bedrohung. Das erklärt eigentlich alle Angriffe auf Staaten, deren Regierungen nicht Vasallen oder Tributpflichtige der USA sein wollten: Vietnam, Irak, Afghanistan, Libyen, Syrien, Venezuela, Kuba ...

".... ist der Geltungsbereich der heutigen Weltmacht Amerika einzigartig. Nicht nur beherrschen die Vereinigten Staaten sämtliche Ozeane und Meere, sie verfügen mittlerweile auch über die militärischen Mittel, die Küsten mit Amphibienfahrzeugen unter Kontrolle zu halten, mit denen sie bis ins Innere des Landes vorstoßen und ihrer Macht politisch Geltung verschaffen können. Amerikanische Armeeverbände stehen in den westlichen und östlichen Randgebieten des eurasischen Kontinents und kontrollieren den Persischen Golf. .... ist der gesamte Kontinent von amerikanischen Vasallen und tributpflichtigen Staaten übersät, ...verfügen die USA heute über ein in technischer Hinsicht beispiellosen Militärapparat, den einzigen mit einem weltweiten Aktionsradius." a.a.O. S.41

Damit ist klar, dass sich andere Länder, z.B. China, Russland, Iran, ..... bedroht fühlen. Denn sie werden bedroht durch die USA: Unterwerfung oder Krieg! D.h. die USA sind der Treiber des Rüstungswettlaufes, weil sie Staaten, die souverän und unabhängig bleiben wollen, ebenfalls zur Aufrüstung zwingen. Brzezinski unterstellt China und Russland, sie würden ebenfalls anderen gern ihren politischen Willen aufzwingen, täten es aber nur deshalb nicht, "da sie nicht in der Lage sind, Truppenbewegungen über weite Entfernungen hinweg zu organisieren." a.a.O., S.42

Damit gibt er zu, dass die USA anderen ihren politischen Willen aufzwingen.

Da Meinungsumfragen in den "Jahren 1995 und 1996 zeigten, dass der großen Mehrheit ein Teilen der globalen Macht lieber wäre als eine Monopolstellung der USA", setzt "Amerikas globales Ordnungssystem" ... "stark auf die indirekte Einflussnahme auf abhängige ausländische Eliten. ... Der massive, aber nicht greifbare Einfluss, den die USA durch die Beherrschung der weltweiten Kommunikationssysteme, der Unterhaltungsindustrie, und der Massenkultur sowie durch die durchaus spürbare Schlagkraft seiner technischen Überlegenheit und seiner weltweiten Militärpräsenz ausüben, verstärkt dieses Vorgehen noch." a.a.O., S. 44 - 45

Das lässt doch die Arbeit diverser von den USA finanzierten NGOs, Stiftungen oder Organisationen gleich im richtigen Licht erscheinen. Die google KI (aufgerufen am 06.09.2026) gab mir auf meine diesbezüglichen Fragen folgende Auskünfte:

Spezialisierte, staatlich geförderte US-Stiftungen, die weltweit Parteien aufbauen, Politiker beraten, Wahlen beobachten, Parteien schulen, marktwirtschaftliche Reformen fördern, regierungskritische Aktivisten aufbauen und unterstützen, Journalisten ausbilden, gegen Desinformation vorgehen, Faktencheck-Netzwerke aufbauen, Schulungen zur Resilienz gegen Informationsmanipulation durchführen, Redaktionen von Medien schulen, politische Entscheidungsträger in Medienrechtsfragen beraten, kulturell Einfluss nehmen über Bildungsorganisationen und ThinkTanks sind u.a.:

  • National Endowment for Democracy NED

  • National Democratic Institute NDI

  • Center for International Private Enterprise CIPE

  • Freedom House

  • Internews

  • International Research and Exchanges Board IREX

  • Center for International Media Assistance CIMA

  • Eurasia Foundation


Praktisch alle der genannten Organisationen waren oder sind auch in der Ukraine extrem aktiv tätig. Es gibt auch deutsche Ableger davon, die oft Hilfe für Migranten anbieten und finanziell auch vom deutschen Staat unterstützt werden, sagt die KI.

Egal, was diese NGOs tun und für wen sie es tun. Ihre Arbeit dient laut Brzezinski immer der " Ausübung der indirekten und scheinbar konsensbestimmten Hegemonie der Vereinigten Staaten." a.a.O., S.47

Mit dem World Economic Forum WEF und seiner Organisation YGL Young Global Leaders haben sich die USA und ihr Deep State ein Instrument geschaffen, für die von Brzezinski genannte "Einflussnahme auf abhängige ausländische Eliten."

Wie es sich für einen guten Vasallen gehört, hat auch Deutschland seine Eliten in das Politiker-Erziehungscamp geschickt, bzw. wurden sie vom Auswahlkomitee des WEF nominiert, als da waren u.a. : AnnaLena Baerbock, Grüne, 2020, Hubertus Heil, SPD, Alumni, Jens Brandenburg, FDP, 2019, Angela Merkel, CDU 1993, Jens Spahn, CDU, 2012.

Vielversprechende Führungskräfte unter 40 sollen sich international vernetzen und geschult werden. Wir wissen nun dank Brzezinski in wessen Sinne. Interessant ist dann aber die Frage, wie diese Leute tatsächlich auch in Spitzenpositionen kommen. Wer hilft da nach? Bedeutet das, dass die Nominierungsprozesse in den Parteien alles andere als demokratisch ablaufen. Wieso konnte ein dumme Trulla, wie Frau Baerbock, Außenministerin werden, ein Robert Habeck Wirtschaftsminister, ein Jens Spahn Gesundheitsminister? Alle ohne Expertise, ohne moralische Integrität, ohne politische Intelligenz und persönliches Charisma. Die idealen Marionetten zur "scheinbar konsensbestimmten" Führung eines Vasallenstaates im Interesse des Hegemons.

"Da der American Way of Life in aller Welt mehr und mehr Nachahmer findet, entsteht ein idealer Rahmen für die Ausübung der indirekten scheinbar konsensbestimmten Hegemonie der Vereinigten Staaten." a.a.O. S.47

Brzezinski gibt zu, dass der Konsens zwischen den USA und seinen Vasallen oder "Partnern" nur ein scheinbarer ist. Wie könnte es auch anders sein, wenn der eine der Hegemon sein will. Die Interessen der Vasallen interessieren den Hegemon nicht - siehe Nordstreamsprengung und vorher der Kampf der US-Administration gegen die Inbetriebnahme - oder nur insoweit, als sie seinen eigenen Interessen dienen bzw. untergeordnet sind. Jeder Widerspruch oder jede abweichende Entscheidung wird unterdrückt.

"Und wie in der amerikanischen Innenpolitik bringt diese Hegemonie eine komplexe Struktur miteinander verketteter Institutionen (NGOs IM) und Verfahrensabläufe hervor, die Übereinstimmung herstellen und ein Ungleichgewicht an Macht und Einfluss verdecken sollen. Die globale Vorherrschaft Amerikas wird solchermaßen durch ein ausgetüfteltes System von Bündnissen und Koalitionen untermauert, das buchstäblich die ganze Welt umspannt."a.a.O., S.47

Im Klartext heißt das, dass der Rest der Welt verarscht wird, damit er nicht merkt, dass er von den USA beherrscht wird. Mir ist schleierhaft, wie Hans-Dietrich Genscher ein solch positives Vorwort zu diesem Buch schreiben konnte. Offensichtlich hat auch er nicht hinter den Schleier schauen können oder wollen, weil auch er den Konsens zwischen seiner Vorstellung, Deutschlands Interessen und Amerikas Interessen nicht als scheinbar erkannte oder erkennen durfte. Oder er hatte das Buch nicht wirklich gelesen.

"Die bilateralen politischen und militärischen Beziehungen binden die bedeutendste Wirtschaftsmacht Asiens an die USA, wobei Japan (...) im Grunde genommen ein amerikanisches Protektorat bleibt."a.a.O., S.47

Ob sich Japan dessen bewusst ist? Immerhin hat man die Japaner schon einmal mit der Atombombe in die Schranken gewiesen. Anderen geht es auch nicht besser.

"Besondere Sicherheitsvorkehrungen im Persischen Golf, vor allem nach der kurzen Strafexpedition gegen den Irak im Jahre 1991, haben diese wirtschaftlich vitale Region in ein amerikanisches Militärgebiet verwandelt." a.a.O., S.47

Damit ist klar, was allen droht, die nicht gehorchen - eine "Strafexpedition", wie z.B. in Vietnam, wie im Irak, in Afghanistan, Libyen, Syrien, Iran, Venezuela oder Kuba.

Schon die Aussagen Brzezinskis auf den ersten 50 Seiten, die ja kein theoretisches Geplänkel sind, sondern eine Strategie zur Weltbeherrschung durch die USA, deren Umsetzung wir live erleben, triefen vor Hybris und Zynismus, wie die gesamte gegenwärtige Außenpolitik der USA, mit Hinrichtungen ohne Gerichtsverhandlung und Entführungen von gewählten Regierungen, mit völkerrechtswidrigen Bombardierungen, regime changes unliebsamer Regierungen durch Unterstützung und Bewaffnung radikaler oppositioneller Gruppen, wodurch die USA mitverantwortlich wurde für das Erstarken radikaler religiöser Gruppen. Die "indirekte Einflussnahme auf ... Eliten" zeigt seit 30 Jahren ihre Wirkung auch in Deutschland, wo mittlerweile alle etablierten Parteien CDU, CSU, SPD, FDP, GRÜNE auf dem Pfad zur "Einheitspartei" (Volker Pispers) die "Scheinbarkeit der konsensbestimmten Hegemonialpolitik" nicht nur nicht erkennen können, sondern dies auch nicht wollen, weil sie davon profitieren oder sich einschüchtern ließen. Auch LINKE und Teile der AFD haben diesen Pfad schon betreten. Das "Ungleichgewicht an Macht und Einfluss" zwischen Amerika und seinen Vasallen muss auf jeden Fall hinter dem Schleier aus "Bündnissen und Koalitionen ... Institutionen und Verfahrensabläufen" bleiben. Mit Bündnissen (NATO), Kooperationen (APEC, NAFTA...), Institutionen (Weltbank, IWF, WTO, IGH) und Verfahrensweisen (z.B. Vetorechten) wurde eine neue internationale Ordnung hervorgebracht, die die Vormachtstellung der USA festigt und auf scheinkonsensorientierte Entscheidungsfindungen abzielt, obwohl die USA den Ton angeben.





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Geboren in den 60ern in einem mittlerweile untergegangenen Land. Abitur, Studium, Beruf, Familie, dann quasi über Nacht ungewollt in einem anderen Land. Erwachen und seitdem auf der Suche nach dem richtigen Leben im falschen.

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